Methode Kanban

WIP-Limit

Maximale Anzahl gleichzeitiger Aufgaben pro Spalte – verhindert Überlastung.

Wann einsetzen
Immer. Wichtigstes Kanban-Element.
Kernprinzip
Little's Law: Weniger parallele Arbeit = schnellere Durchlaufzeit.
Herkunft
Toyota Production System. David Anderson

Ein WIP-Limit begrenzt die maximale Anzahl an Items, die sich gleichzeitig in einer Spalte des Kanban Boards befinden dürfen. Es ist das wichtigste Element in Kanban, weil es den gesamten Arbeitsfluss reguliert. Ohne WIP-Limits degeneriert ein Kanban Board zu einer bloßen Aufgabenliste, auf der zwar alles sichtbar ist, aber nichts gesteuert wird.

Wenn die Spalte In Entwicklung ein WIP-Limit von drei hat, dürfen maximal drei Items gleichzeitig bearbeitet werden. Erst wenn ein Item fertig ist und in die nächste Spalte wandert, darf ein neues nachgezogen werden. Das klingt einschränkend, hat aber einen mathematisch begründeten Effekt: Gemaess Little’s Law führt weniger parallele Arbeit zu kürzeren Durchlaufzeiten. Teams, die WIP-Limits einführen, erleben typischerweise, dass einzelne Items schneller fertig werden, obwohl oder gerade weil weniger gleichzeitig begonnen wird. WIP-Limits decken außerdem Engpässe auf, weil Staus vor bestimmten Spalten sichtbar werden.

WIP-Limits gehen auf das Toyota Production System zurück und wurden von David Anderson für die Wissensarbeit adaptiert. Die richtige Höhe ist teamspezifisch und wird durch Experimentieren ermittelt.

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