Work in Progress, kurz WIP, bezeichnet die Anzahl aller Items, die begonnen, aber noch nicht abgeschlossen sind. WIP ist eine der drei zentralen Größen in Little’s Law und damit direkt mit Lead Time und Throughput verknuepft. Je höher der WIP, desto länger dauert es im Durchschnitt, bis ein einzelnes Item fertig wird.
In der Praxis lässt sich WIP am Kanban Board ablesen, indem man alle Karten zählt, die sich zwischen der ersten aktiven Spalte und Done befinden. Wenn ein fünfköpfiges Team 20 Items gleichzeitig in Arbeit hat, arbeitet statistisch jedes Teammitglied an vier Dingen parallel. Das bedeutet Context Switching, höhere Fehlerquoten und längere Durchlaufzeiten. Die bewusste Reduktion von WIP, typischerweise durch WIP-Limits pro Spalte, ist der wirksamste Hebel, um den Arbeitsfluss zu verbessern, weil sie das Team zwingt, Angefangenes fertigzustellen statt Neues zu beginnen.
Der Begriff stammt aus der Fertigungsindustrie und ist in Kanban-Systemen die zentrale Steuerungsgröße. WIP sichtbar zu machen ist oft der erste Schritt bei der Einführung von Kanban und führt regelmäßig zu der ueberraschenden Erkenntnis, wie viel gleichzeitig in Arbeit ist.