Kanban ist ein pull-basiertes System zur Steuerung von Arbeitsfluessen. Es basiert auf drei Grundpraktiken: Arbeit visualisieren, parallele Arbeit begrenzen und den Fluss kontinuierlich verbessern. Anders als Scrum arbeitet Kanban nicht in festen Iterationen, sondern mit einem kontinuierlichen Arbeitsfluss, bei dem neue Arbeit erst dann gezogen wird, wenn Kapazität frei ist.
Ein typisches Beispiel ist ein Support-Team, dessen Tickets von Neu über In Arbeit zu Erledigt fließen. Die Spalte In Arbeit hat ein WIP-Limit von drei: Es duerfen maximal drei Tickets gleichzeitig bearbeitet werden. Wenn ein Ticket fertig ist, zieht der Mitarbeiter das nächste aus der Warteschlange. Dieses Pull-Prinzip verhindert Ueberlastung und verkuerzt die Durchlaufzeiten, weil weniger parallele Arbeit zu schnellerer Fertigstellung führt. Die Metrik, die Kanban-Teams primaer beobachten, ist die Lead Time, also die Gesamtzeit vom Eingang eines Tickets bis zur Erledigung.
Kanban hat seine Wurzeln im Toyota Production System der 1940er-Jahre und wurde 2007 von David Anderson für die Wissensarbeit adaptiert. Es eignet sich besonders für Teams mit heterogenen Aufgaben und unvorhersehbarem Arbeitsaufkommen.