Methode Kanban

Pull-Prinzip

Arbeit wird gezogen wenn Kapazität frei ist – nicht geschoben.

Wann einsetzen
In Kanban fundamental. Gegenteil von Push.
Kernprinzip
Verhindert Überlastung. WIP-Limits machen Pull sichtbar.
Herkunft
Toyota Production System

Das Pull-Prinzip besagt, dass Arbeit erst dann begonnen wird, wenn Kapazität dafür frei ist. Neue Items werden gezogen, nicht geschoben. Das ist das Gegenteil des in vielen Organisationen üblichen Push-Prinzips, bei dem Arbeit von oben oder von außen ins Team gedrückt wird, unabhängig davon, wie viel bereits in Bearbeitung ist. Das Pull-Prinzip verhindert systematisch Überlastung.

Konkret sieht das so aus: Ein Entwickler schließt ein Ticket ab und zieht eigenständig das nächste Item aus der Warteschlange. Niemand weist ihm die Arbeit zu. WIP-Limits machen dieses Prinzip auf dem Board sichtbar: Erst wenn in einer Spalte Platz ist, darf ein neues Item nachgezogen werden. Wenn die Spalte Development ein Limit von drei hat und alle drei Plätze belegt sind, muss erst etwas fertiggestellt werden, bevor neue Arbeit beginnt. Das zwingt das Team, angefangene Arbeit abzuschließen, statt immer neue Themen zu starten.

Das Pull-Prinzip stammt aus dem Toyota Production System, wo es den Materialfluss in der Fertigung steuerte. In der Wissensarbeit ist es ein zentrales Kanban-Prinzip, das direkt mit Little’s Law zusammenhängt.

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