Sunk Costs sind bereits getätigte Investitionen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können, unabhängig davon, wie die Zukunft verläuft. Aus rationaler Sicht sollten Sunk Costs keine Rolle bei zukünftigen Entscheidungen spielen, weil sie unwiderruflich sind. In der Praxis wirken sie jedoch als eine der stärksten kognitiven Verzerrungen: Menschen und Organisationen halten an verlorenen Investitionen fest, um sie nicht “umsonst” getätigt zu haben.
Die Sunk-Cost-Falle zeigt sich in vielen Kontexten: Ein Unternehmen investiert weiter in ein scheiterndes Projekt, weil bereits 2 Millionen Euro ausgegeben wurden. Ein Team hält an einer Technologieentscheidung fest, weil die Umstellung aufwendig war, obwohl eine bessere Alternative existiert. Ein Manager verteidigt eine gescheiterte Akquisition, weil er sie persönlich vorangetrieben hat. In all diesen Fällen sollte die Entscheidung nur auf der Basis der zukünftigen Kosten und Erträge getroffen werden, nicht auf Basis dessen, was bereits investiert wurde. Die richtige Frage ist: Würden wir dieses Projekt heute starten, wenn wir bei null anfangen könnten?
Sunk Costs sind eng mit dem Konzept der Verlustaversion verknüpft, das Kahneman und Tversky beschrieben haben. Die organisationale Gegenmaßnahme sind vorab definierte Kill Criteria, die eine Abbruchentscheidung vom Vergangenen entkoppeln.