Eine Go/No-Go Decision ist eine binäre Entscheidung an einem definierten Gate: Wird ein Projekt, eine Initiative oder ein Investment weitergeführt oder gestoppt? Das Konzept schafft einen klaren Entscheidungspunkt, an dem auf Basis vorab definierter Kriterien entschieden wird, statt Projekte endlos weiterlaufen zu lassen, weil niemand die Verantwortung für den Abbruch übernehmen will.
In der Praxis werden Go/No-Go-Entscheidungen an Übergängen zwischen Projektphasen eingesetzt: Am Ende einer Discovery-Phase wird entschieden, ob die Validierungsergebnisse den Eintritt in die Build-Phase rechtfertigen. Am Ende eines Pilotprojekts wird entschieden, ob skaliert wird. Die Qualität der Entscheidung hängt davon ab, ob die Kriterien vorab definiert und transparent sind. Typische Kriterien umfassen: Wurden die definierten Hypothesen bestätigt? Sind die Unit Economics im erwarteten Bereich? Gibt es ausreichende Kundennachfrage? Ohne vorab festgelegte Kriterien degenerieren Go/No-Go-Meetings zu politischen Verhandlungen.
Besonders wichtig ist die organisationale Fähigkeit, “No-Go” zu sagen. In vielen Unternehmen ist das Stoppen eines Projekts karriereschädlich, weshalb untote Projekte weitergeführt werden. Eine gesunde Go/No-Go-Kultur behandelt gestoppte Projekte als Lernquelle, nicht als Versagen.