Opportunity Cost (Opportunitätskosten) bezeichnen den Wert der besten Alternative, die aufgegeben wird, wenn eine Entscheidung getroffen wird. Jede Ressource, die für eine Initiative eingesetzt wird, steht für andere Initiativen nicht zur Verfügung. Die Opportunitätskosten machen diesen Verzicht sichtbar und sind damit ein zentrales Konzept für strategische Priorisierung.
In der Praxis werden Opportunitätskosten häufig übersehen, weil sie unsichtbar sind: Was nicht getan wird, fällt weniger auf als das, was getan wird. Wenn ein Entwicklungsteam sechs Monate an einem neuen Feature arbeitet, sind die Opportunitätskosten nicht nur die Gehälter, sondern vor allem die anderen Features, Verbesserungen oder Projekte, die in dieser Zeit nicht realisiert werden konnten. Ein CEO, der seine Zeit mit operativen Details verbringt, hat als Opportunitätskosten die strategische Arbeit, die in dieser Zeit nicht stattfindet. Die Frage ist nie nur “Lohnt sich dieses Projekt?”, sondern “Lohnt sich dieses Projekt mehr als alles andere, was wir stattdessen tun könnten?”
Das Konzept stammt aus der ökonomischen Theorie und ist eines der grundlegendsten Denkwerkzeuge für Entscheidungen unter Knappheit. Es schützt vor der Falle, Projekte isoliert zu bewerten, statt sie im Kontext der Alternativen zu betrachten.