Die Unterscheidung zwischen reversiblen und irreversiblen Entscheidungen geht auf Jeff Bezos zurück, der sie als Typ-1- und Typ-2-Entscheidungen bezeichnet. Typ-1-Entscheidungen sind irreversibel: einmal getroffen, lassen sie sich nicht oder nur unter extremen Kosten rückgängig machen. Typ-2-Entscheidungen sind reversibel: Wenn sie sich als falsch erweisen, kann man zurückgehen. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die angemessene Entscheidungsgeschwindigkeit.
Bezos’ Kernargument: Die meisten Entscheidungen in Unternehmen sind Typ-2-Entscheidungen, werden aber behandelt, als wären sie Typ-1. Das führt zu unnötiger Langsamkeit und Analyse-Paralyse. Ein neues Feature testen, eine Preisänderung ausprobieren oder einen neuen Kanal erschließen sind typische Typ-2-Entscheidungen, die schnell getroffen und bei Bedarf revidiert werden können. Der Verkauf einer Geschäftseinheit, eine große Übernahme oder der Eintritt in einen neuen Markt mit hohen irreversiblen Investitionen sind dagegen Typ-1-Entscheidungen, die sorgfältige Analyse verdienen.
Die praktische Implikation: Organisationen sollten Typ-2-Entscheidungen dezentral und schnell treffen lassen, während Typ-1-Entscheidungen auf der richtigen Führungsebene mit angemessener Sorgfalt getroffen werden. Die Fähigkeit, zwischen beiden Typen zu unterscheiden, ist eine Kernkompetenz schneller Organisationen.