Die Retrospektive ist das Scrum-Event, in dem das Team seinen eigenen Arbeitsprozess reflektiert. Was lief gut, was sollte sich ändern, und welche konkreten Maßnahmen leiten wir daraus ab? Sie findet am Ende jedes Sprints statt, vor dem nächsten Planning. Die Retrospektive ist das zentrale Instrument für kontinuierliche Verbesserung, denn ohne sie bleibt ein Team bei seinen Gewohnheiten, auch wenn diese laengst nicht mehr funktionieren.
Es gibt zahlreiche Formate, die Abwechslung in die Reflexion bringen. Beim Sailboat-Format etwa identifiziert das Team Wind, der es antreibt, Anker, die es zurückhalten, und Felsen, die Risiken darstellen. Entscheidend ist nicht das Format, sondern dass am Ende konkrete, umsetzbare Maßnahmen stehen. Eine gute Retro produziert ein bis drei Verbesserungen, die im nächsten Sprint ausprobiert werden. Teams, die Retro-Ergebnisse nicht nachverfolgen, verlieren schnell das Vertrauen in den Prozess.
Das Format geht auf den Scrum Guide zurück und wurde maßgeblich durch das Buch Agile Retrospectives von Derby und Larsen gepraegt. Psychologische Sicherheit im Team ist Voraussetzung für ehrliche Reflexion.