Das Agile Manifesto ist das Grundlagendokument, auf dem alle gaengigen agilen Frameworks aufbauen. Es formuliert vier zentrale Werte und zwoelf Prinzipien, die den Vorrang von Menschen und Interaktionen vor Prozessen, funktionierender Software vor Dokumentation, Zusammenarbeit mit dem Kunden vor Vertragsverhandlung und Reagieren auf Veränderung vor Planverfolgung betonen. Entscheidend dabei: Die Werte auf der rechten Seite haben durchaus Bedeutung, aber die linke Seite wird höher gewichtet.
In der Praxis dient das Manifesto als Referenzrahmen, wenn Teams oder Organisationen agile Arbeitsweisen einführen oder bestehende Praktiken hinterfragen. Wenn etwa ein Team feststellt, dass es mehr Zeit in Prozessdokumentation als in die Zusammenarbeit mit Nutzern investiert, liefert das Manifesto die argumentative Grundlage für eine Kurskorrektur. Die zwoelf Prinzipien konkretisieren die Werte und geben Orientierung für den Arbeitsalltag, etwa durch den Fokus auf kurze Lieferzyklen und selbstorganisierte Teams.
Das Manifesto entstand im Februar 2001, als sich 17 Softwareentwickler in Snowbird, Utah, trafen, um gemeinsame Grundsaetze zu formulieren. Es ist bewusst knapp gehalten und beschreibt Haltungen, keine Methoden.