Eine Plattform ist ein Geschäftsmodell, das Wert nicht durch die Herstellung eigener Produkte schafft, sondern durch die Vermittlung von Austausch zwischen verschiedenen Gruppen. Im Gegensatz zu linearen Geschäftsmodellen, die Wert in einer Kette von Lieferant zu Hersteller zu Kunde weitergeben, orchestrieren Plattformen ein Netzwerk, in dem Teilnehmer direkt miteinander interagieren. Die Plattform besitzt dabei in der Regel nicht die gehandelten Güter.
Uber besitzt keine Fahrzeuge, Airbnb keine Immobilien, Amazon Marketplace keine Waren der Drittanbieter. Dennoch gehören diese Unternehmen zu den wertvollsten der Welt, weil sie durch Netzwerkeffekte skalieren: Jeder zusätzliche Teilnehmer macht die Plattform für alle anderen wertvoller. Die drei kritischen Erfolgsfaktoren sind die Core Interaction (welcher zentrale Austausch wird ermöglicht?), die Governance (welche Regeln gelten auf der Plattform?) und die Netzwerkeffekte (wie wächst der Wert mit der Nutzerzahl?).
Das Konzept wurde von Parker, Van Alstyne und Choudary 2016 in Platform Revolution systematisch beschrieben. Der Aufbau einer Plattform erfordert die Lösung des Chicken-and-Egg-Problems, da beide Seiten gleichzeitig aufgebaut werden müssen.