Das Business Model Canvas ist ein strategisches Werkzeug, das ein Geschäftsmodell auf einer einzigen Seite in neun Feldern abbildet. Es zwingt dazu, die zentralen Bausteine eines Unternehmens gleichzeitig zu betrachten: Kundensegmente, Wertangebot, Kanäle, Kundenbeziehungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselpartner und Kostenstruktur. Dadurch werden Abhängigkeiten und Widersprüche sichtbar, die in klassischen Businessplänen oft verborgen bleiben.
In der Praxis nutzen Teams das Canvas, um ein bestehendes Geschäftsmodell zu analysieren oder ein neues zu entwerfen. Man beginnt typischerweise mit den Kundensegmenten und dem Wertangebot, arbeitet sich dann über Kanäle und Einnahmequellen zur Ressourcen- und Kostenseite vor. Ein häufiger Anwendungsfall ist der Vergleich mehrerer Geschäftsmodellvarianten nebeneinander, um strategische Optionen schnell gegenüberzustellen. Auch bei Pivots hilft das Canvas, die Auswirkungen einer Änderung auf alle anderen Bausteine systematisch durchzuspielen.
Das Framework stammt von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, die es 2010 in ihrem Buch Business Model Generation veröffentlichten. Entscheidend für den Nutzen ist die Konsistenz zwischen den neun Feldern: Ein Canvas, dessen Bausteine nicht zusammenpassen, zeigt ein fragiles Geschäftsmodell.