Netzwerkeffekte entstehen, wenn der Wert eines Produkts oder einer Plattform mit der Anzahl seiner Nutzer steigt. Sie sind einer der stärksten Wettbewerbsvorteile, weil sie eine sich selbst verstärkende Dynamik erzeugen: Mehr Nutzer machen das Produkt wertvoller, was mehr Nutzer anzieht. Im Extremfall führen Netzwerkeffekte zu Winner-takes-all-Märkten, in denen ein Anbieter dominiert.
Man unterscheidet direkte und indirekte Netzwerkeffekte. Direkte Netzwerkeffekte entstehen, wenn Nutzer derselben Gruppe voneinander profitieren: Ein Telefonnetz wird wertvoller, je mehr Menschen es nutzen. Indirekte Netzwerkeffekte entstehen zwischen verschiedenen Gruppen: Je mehr Fahrer bei Uber registriert sind, desto kürzer die Wartezeit für Fahrgäste, was wiederum mehr Fahrgäste anzieht. Netzwerkeffekte können auch negativ wirken: Wird eine Plattform zu voll oder die Qualität sinkt durch zu viele Teilnehmer (Spam, Überangebot), kehrt sich der Effekt um.
Das Konzept geht auf Robert Metcalfe zurück, der mit Metcalfe’s Law den Wert eines Netzwerks als quadratische Funktion seiner Knotenzahl beschrieb. In der Praxis sind Netzwerkeffekte schwer aufzubauen, aber wenn sie einmal wirken, bilden sie einen kaum einholbaren Vorsprung.