Eine Multi-Sided Platform ist ein Geschäftsmodell, das zwei oder mehr unterschiedliche Nutzergruppen zusammenbringt und durch deren Interaktion Wert schafft. Die Plattform selbst produziert keine Güter, sondern ermöglicht den Austausch zwischen den Seiten. Der Wert für jede Seite steigt typischerweise mit der Anzahl und Qualität der Teilnehmer auf der anderen Seite.
Kreditkartenunternehmen sind ein klassisches Beispiel: Sie verbinden Karteninhaber und Händler. Je mehr Händler die Karte akzeptieren, desto attraktiver ist sie für Karteninhaber, und umgekehrt. Google verbindet Suchende und Werbetreibende. Airbnb verbindet Gastgeber und Reisende. Die Preisgestaltung bei Multi-Sided Platforms ist oft asymmetrisch: Eine Seite wird subventioniert (niedrige oder keine Gebühren), um die andere Seite anzuziehen, die dann die Erlöse generiert. Google bietet die Suche kostenlos an und monetarisiert über Werbung.
Entscheidend für den Erfolg einer Multi-Sided Platform sind Netzwerkeffekte und die Lösung des Chicken-and-Egg-Problems beim Start. Ein häufiger Fehler ist, die Plattform mit zu vielen Nutzergruppen gleichzeitig zu starten, statt zunächst die einfachste bilaterale Interaktion zum Laufen zu bringen.