Corporate Venturing bezeichnet die strategische Beteiligung etablierter Unternehmen an Startups oder den Aufbau eigener neuer Geschäftseinheiten. Ziel ist es, Zugang zu neuen Technologien, Märkten oder Geschäftsmodellen zu erhalten, ohne die Trägheit der Kernorganisation auf die Innovation zu übertragen. Corporate Venturing ist damit ein Instrument, um Exploration außerhalb der bestehenden Strukturen zu betreiben.
Man unterscheidet grob zwei Formen: externes Venturing (Beteiligungen, Accelerator-Programme, strategische Investments) und internes Venturing (Ausgründung eigener Ventures innerhalb des Konzerns). Google hat mit dem internen Ansatz Alphabet aufgebaut, wo Projekte wie Waymo als eigenständige Einheiten geführt werden. Siemens betreibt mit next47 einen Venture-Arm, der sowohl in externe Startups investiert als auch interne Gründungen begleitet. Die Wahl der Form hängt davon ab, ob das Unternehmen primär lernen, finanziell profitieren oder strategisch neue Geschäftsfelder erschließen will.
Kritisch ist die Governance: Ventures brauchen Freiheit von Konzernprozessen, gleichzeitig klare Erwartungen an Meilensteine und Abbruchkriterien. Ohne diese Balance scheitern Corporate-Venturing-Initiativen häufig an internen Widerständen oder mangelnder strategischer Anbindung.