Business Model Innovation bezeichnet die bewusste Veränderung der Art, wie ein Unternehmen Wert schafft, liefert und monetarisiert. Anders als Produktinnovation, die ein bestehendes Angebot verbessert, verändert Geschäftsmodellinnovation die grundlegende Logik des Geschäfts. Historisch betrachtet sind viele der wirkmächtigsten Umwälzungen nicht durch neue Technologien entstanden, sondern durch neue Geschäftsmodelle.
Ein klassisches Beispiel ist der Wechsel von Einmalverkauf zu Abo-Modellen: Adobe verkaufte jahrelang Softwarelizenzen als Einzelprodukt und stellte 2013 auf ein Cloud-Abonnement um. Das Produkt blieb im Kern ähnlich, doch das Geschäftsmodell änderte sich fundamental in der Art der Wertschöpfung, der Kundenbeziehung und der Erlösstruktur. Ebenso hat Rolls-Royce mit dem Modell Power-by-the-Hour nicht den Triebwerksbau innoviert, sondern die Monetarisierung: Kunden zahlen pro Flugstunde statt für das Triebwerk selbst.
Der Begriff wurde maßgeblich durch Alexander Osterwalder und das BMI Lab der Universität St. Gallen geprägt. Entscheidend ist, dass Geschäftsmodellinnovation nicht isoliert in einer Abteilung stattfinden kann, sondern die gesamte Wertschöpfungslogik betrifft und entsprechend auf Leitungsebene verankert sein muss.