Business Model Patterns sind wiederkehrende Muster in der Gestaltung von Geschäftsmodellen, die sich branchenübergreifend bewährt haben. Die Grundidee: Erfolgreiche Geschäftsmodelle sind selten völlig neu erfunden, sondern kombinieren bekannte Muster auf neue Weise. Wer diese Muster kennt, kann systematischer innovieren, statt auf zufällige Inspiration zu hoffen.
In der Praxis dienen die Patterns als Kreativwerkzeug und Analyseinstrument zugleich. Ein Team, das sein Geschäftsmodell weiterentwickeln will, kann bestehende Muster wie Freemium, Razor-and-Blade oder Plattform auf die eigene Situation übertragen und prüfen, ob ein Branchentransfer funktioniert. Ryanair hat etwa das Low-Cost-Pattern aus der amerikanischen Luftfahrt auf den europäischen Markt übertragen. Nespresso kombinierte das Razor-and-Blade-Muster mit einem Lock-in-Ansatz über proprietäre Kapseln.
Die bekannteste Sammlung stammt vom BMI Lab der Universität St. Gallen, das über 55 solcher Muster identifiziert und katalogisiert hat. Der Nutzen liegt weniger im einzelnen Pattern als in der systematischen Kombination und dem bewussten Transfer zwischen Branchen.