Methode Systemtheorie

Wicked Problem

Komplexes Problem ohne eindeutige Lösung.

Wann einsetzen
Zur Problemkategorisierung. Wicked =/= schwierig.
Kernprinzip
Jeder Lösungsversuch verändert das Problem.
Herkunft
Horst Rittel und Melvin Webber (1973)

Ein Wicked Problem ist ein Problem, das keine eindeutige Lösung hat, sich durch jeden Lösungsversuch selbst verändert und nicht endgültig gelöst werden kann. Die Abgrenzung ist wichtig: Wicked bedeutet nicht schwierig. Ein schwieriges Problem (eine Brücke bauen) hat eine berechenbare Lösung. Ein Wicked Problem (Organisationskultur verändern, Armut bekämpfen, Klimawandel adressieren) hat keine definitive Antwort — jede Intervention verschiebt das Problem, statt es zu beseitigen.

Horst Rittel und Melvin Webber definierten 1973 zehn Eigenschaften von Wicked Problems. Zu den wichtigsten gehören: Es gibt keine endgültige Formulierung des Problems, jede Lösung ist ein Einzelfall, und es gibt kein “richtig” oder “falsch”, sondern nur “besser” oder “schlechter”. In der Organisationsentwicklung begegnen Führungskraefte ständig Wicked Problems — etwa wenn eine Restrukturierung Effizienz steigern soll, aber gleichzeitig Vertrauen zerstört, was die Effizienz langfristig senkt. Wer Wicked Problems wie technische Probleme behandelt, erzeugt systematisch neue Probleme.

Die angemessene Herangehensweise an Wicked Problems ist iterativ und adaptiv: kleine Interventionen, schnelles Feedback, Bereitschaft zur Kurskorrektur. Fertige Lösungen existieren nicht — nur bessere und schlechtere Naherungen.

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