BANI steht für Brittle (bruechig), Anxious (aengstlich), Nonlinear (nichtlinear) und Incomprehensible (unverstaendlich) und beschreibt eine Weiterentwicklung des VUCA-Modells für die aktuelle Realität. Während VUCA Volatilität und Unsicherheit betont, geht BANI einen Schritt weiter: Systeme, die stabil wirken, können ploetzlich zusammenbrechen (Brittle). Unsicherheit erzeugt nicht nur Plaene, sondern Angst (Anxious). Kleine Ursachen können ueberproportionale Wirkungen haben (Nonlinear). Und manche Zusammenhänge sind schlicht nicht mehr nachvollziehbar (Incomprehensible).
In der Praxis zeigt sich BANI beispielsweise in globalen Lieferketten: Sie funktionieren jahrelang zuverlässig, brechen dann aber bei einer einzigen Störung kaskadenartig zusammen — das ist Brittleness. Die Reaktion vieler Organisationen auf diese Erfahrung ist nicht strategische Anpassung, sondern Lahmung durch Angst — das ist Anxious. Die Nichtlinearität zeigt sich darin, dass kleine Ereignisse (ein Containerschiff im Suezkanal) globale Folgen haben, während grosse Investitionen manchmal wirkungslos verpuffen.
Das Modell wurde 2020 vom Zukunftsforscher Jamais Cascio vorgestellt. Es liefert keine Lösungen, sondern ein aktualisiertes Vokabular für die Beschreibung von Rahmenbedingungen, unter denen Organisationen heute agieren müssen.