Methode Systemtheorie

Komplexität

Systeme mit vielen, vernetzten, dynamischen Elementen – nicht vorhersagbar.

Wann einsetzen
Zur Einordnung von Problemen. Komplex =/= kompliziert.
Kernprinzip
Cynefin: Simple -> Complicated -> Complex -> Chaotic.
Herkunft
Dave Snowden (Cynefin, 2007)

Komplexität beschreibt Systeme, die aus vielen vernetzten, dynamischen Elementen bestehen und deren Verhalten nicht vorhersagbar ist. Die wichtigste Unterscheidung in der Praxis: Komplex ist nicht dasselbe wie kompliziert. Ein kompliziertes Problem (eine Uhr reparieren) hat eine Lösung, die ein Experte finden kann. Ein komplexes Problem (einen Markt verstehen) hat keine vorhersagbare Lösung — es muss durch Ausprobieren und Anpassen bearbeitet werden.

Das Cynefin-Framework von Dave Snowden ordnet Probleme in vier Domänen ein: Simple (klar, Best Practice anwenden), Complicated (analysierbar, Expertenrat einholen), Complex (emergent, experimentieren und beobachten) und Chaotic (akut, sofort handeln). Die Einordnung bestimmt die angemessene Vorgehensweise. Wer ein komplexes Problem mit den Werkzeugen für komplizierte Probleme angeht — detaillierte Planung, Expertenanalyse, lineare Umsetzung —, scheitert systematisch. Komplexe Probleme erfordern iteratives Vorgehen, schnelle Feedbackschleifen und die Bereitschaft, den Plan unterwegs zu ändern.

Das Cynefin-Framework wurde 2007 von Dave Snowden veröffentlicht. Für Führungskraefte ist die Kernbotschaft: Die erste und wichtigste Entscheidung ist die Einordnung der Situation — denn sie bestimmt, welche Werkzeuge überhaupt sinnvoll sind.

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