Ein System ist eine Menge miteinander verbundener Elemente, die durch ihre Beziehungen und Wechselwirkungen ein Ganzes bilden und einen gemeinsamen Zweck erfüllen. Entscheidend ist: Nicht die Einzelteile definieren ein System, sondern die Verbindungen zwischen ihnen. Wer ein System verstehen will, muss die Beziehungsmuster analysieren, nicht nur die Komponenten auflisten.
Eine Organisation ist ein typisches System: Sie besteht aus Menschen, Prozessen, Technologie und Kultur, die in ständiger Wechselwirkung stehen. Eine Veränderung in einem Element — etwa eine neue Technologie — beeinflusst alle anderen. Neue Software verändert Prozesse, Prozesse verändern Rollen, Rollen verändern Zusammenarbeit, Zusammenarbeit verändert Kultur. Wer nur die Technologie betrachtet und die Systemeffekte ignoriert, wird von den Nebenwirkungen ueberrascht. Feedback Loops sind dabei der zentrale Mechanismus: Jeder Output wirkt auf das System zurück und beeinflusst künftige Inputs.
Das Systemkonzept geht auf Ludwig von Bertalanffy (1968) zurück und wurde von Donella Meadows für praktische Anwendungen weiterentwickelt. Wichtig: Systemgrenzen sind immer Konstrukte — wo ein System anfaengt und aufhoert, ist eine Entscheidung des Betrachters, keine objektive Tatsache.