Eine Wardley Map visualisiert die Wertschöpfungskette eines Geschäfts entlang zweier Achsen: vertikal die Sichtbarkeit für den Nutzer (oben: Kundenbedürfnis, unten: zugrunde liegende Infrastruktur) und horizontal den Evolutionsgrad der Komponenten (von Genesis über Custom Built und Product zu Commodity). Durch diese Darstellung wird sichtbar, welche Teile der Wertschöpfung sich in welchem Stadium befinden und wo strategische Bewegung stattfindet.
Ein Beispiel: Ein Online-Händler könnte eine Wardley Map erstellen, die zeigt, dass die Produktsuche (oben, kundennah) auf Commodity-Infrastruktur (Cloud-Hosting, unten rechts) basiert, aber ein selbstentwickeltes Empfehlungssystem nutzt (Mitte, Custom Built). Die Map macht sofort deutlich: Cloud-Hosting sollte man nicht selbst betreiben, sondern als Commodity einkaufen. Das Empfehlungssystem bewegt sich Richtung Product und könnte bald von Standardlösungen abgelöst werden. Strategische Investitionen sollten in Bereiche fließen, die noch in der Genesis-Phase sind und echten Wettbewerbsvorteil bieten.
Das Konzept wurde von Simon Wardley entwickelt. Die Stärke der Wardley Map liegt darin, Bewegung und Evolution sichtbar zu machen, statt nur den Status quo abzubilden. Die Schwäche: Die Einstufung der Evolutionsstufen erfordert Erfahrung und bleibt teilweise subjektiv.