Die Value Chain (Wertschöpfungskette) beschreibt die Abfolge von Aktivitäten, durch die ein Produkt oder Service schrittweise an Wert gewinnt, vom Rohmaterial bis zum Endkunden. Das Modell macht sichtbar, wo in dieser Kette Wert entsteht, wo Kosten anfallen und wo ein Unternehmen sich gegenüber Wettbewerbern differenzieren kann. Die strategische Frage ist: Welche Teile der Value Chain beherrschen wir besser als andere?
Porter unterscheidet primäre Aktivitäten (Eingangslogistik, Produktion, Ausgangslogistik, Marketing/Vertrieb, Service) und unterstützende Aktivitäten (Beschaffung, Technologieentwicklung, Personalmanagement, Infrastruktur). Ein Automobilhersteller könnte feststellen, dass seine Stärke im Design und Marketing liegt, aber die Fertigung kein Differenzierungsmerkmal ist, und entsprechend mehr Fertigung an Partner auslagern. Apple hat diesen Weg konsequent gewählt: Die Fertigung liegt bei Foxconn, während Apple sich auf Design, Software und Ökosystem konzentriert, also die Teile der Value Chain, die den höchsten Wert schaffen.
Das Modell stammt von Michael Porter (1985). Heute wird die lineare Value Chain zunehmend durch Wertschöpfungsnetzwerke und Plattformmodelle ergänzt, in denen Wert nicht mehr sequenziell, sondern in einem Netzwerk von Akteuren entsteht.