Selbstbestimmungstheorie
Motivationstheorie: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit als Grundbedürfnisse.
Motivationstheorie: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit als Grundbedürfnisse.
Die Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory) identifiziert drei psychologische Grundbedürfnisse, die erfüllt sein müssen, damit intrinsische Motivation entsteht: Autonomie (das Gefühl, selbst über das eigene Handeln bestimmen zu können), Kompetenz (das Gefühl, Aufgaben zu bewältigen und darin zu wachsen) und soziale Eingebundenheit (das Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören und darin Bedeutung zu haben). Fehlt eines dieser drei Elemente, sinkt die Motivation — unabhängig von äußeren Anreizen.
Für die Gestaltung von Teams und Organisationen hat das konkrete Konsequenzen. Autonomie bedeutet nicht Anarchie, sondern Entscheidungsspielraum innerhalb klarer Rahmenbedingungen — etwa wenn ein Team selbst bestimmt, wie es ein Ziel erreicht, aber nicht welches Ziel. Kompetenz entsteht durch angemessene Herausforderungen und ehrliches Feedback, nicht durch Überforderung oder Routineaufgaben. Soziale Eingebundenheit erfordert psychologische Sicherheit, also die Gewissheit, Fehler machen zu dürfen, ohne bestraft zu werden. Agile Frameworks wie Scrum bilden diese drei Bedürfnisse implizit ab — was erklärt, warum sie unter den richtigen Bedingungen funktionieren.
Die Theorie wurde 1985 von Edward Deci und Richard Ryan entwickelt und ist eine der empirisch am besten abgesicherten Motivationstheorien. Sie liefert die wissenschaftliche Grundlage für vieles, was in der agilen Bewegung als erfahrungsbasierte Erkenntnis gilt.
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