Intrinsische Motivation entsteht aus der Tätigkeit selbst — aus Interesse, Neugier oder dem Erleben von Sinn. Sie ist das Gegenstück zur extrinsischen Motivation, die durch äußere Anreize wie Geld, Status oder Bestrafung angetrieben wird. Für nachhaltige Leistung, Kreativität und eigenständiges Problemloesen ist intrinsische Motivation der entscheidende Faktor.
Paradoxerweise können externe Anreize intrinsische Motivation nicht nur nicht ersetzen, sondern aktiv verdraengen. Dieses Phaenomen heisst Overjustification Effect: Wenn eine Tätigkeit, die jemand aus eigenem Antrieb ausführt, ploetzlich mit einer Belohnung verbunden wird, sinkt die intrinsische Motivation. Ein Entwicklungsteam, das aus Überzeugung an einem Produkt arbeitet, kann durch ein schlecht designtes Bonussystem seine Eigenmotivation verlieren — und danach nur noch für den Bonus arbeiten. Für Führungskraefte bedeutet das: Die wichtigste Aufgabe ist nicht, Anreize zu schaffen, sondern Bedingungen, unter denen intrinsische Motivation erhalten bleibt.
Das Konzept basiert auf der Forschung von Edward Deci und Richard Ryan und wurde durch Daniel Pinks Buch Drive einem breiteren Publikum zugaenglich gemacht. Es bildet die motivationspsychologische Grundlage für Selbstorganisation und agiles Arbeiten.