Methode Systemtheorie

Intrinsische Motivation

Motivation aus der Tätigkeit selbst – nicht durch externe Belohnungen oder Bestrafung.

Wann einsetzen
Für nachhaltige Leistung und Kreativität.
Kernprinzip
Externe Anreize können intrinsische Motivation verdrängen (Overjustification Effect).
Herkunft
Deci & Ryan. Daniel Pink 'Drive'

Intrinsische Motivation entsteht aus der Tätigkeit selbst — aus Interesse, Neugier oder dem Erleben von Sinn. Sie ist das Gegenstück zur extrinsischen Motivation, die durch äußere Anreize wie Geld, Status oder Bestrafung angetrieben wird. Für nachhaltige Leistung, Kreativität und eigenständiges Problemlösen ist intrinsische Motivation der entscheidende Faktor.

Paradoxerweise können externe Anreize intrinsische Motivation nicht nur nicht ersetzen, sondern aktiv verdrängen. Dieses Phänomen heißt Overjustification Effect: Wenn eine Tätigkeit, die jemand aus eigenem Antrieb ausführt, plötzlich mit einer Belohnung verbunden wird, sinkt die intrinsische Motivation. Ein Entwicklungsteam, das aus Überzeugung an einem Produkt arbeitet, kann durch ein schlecht designtes Bonussystem seine Eigenmotivation verlieren — und danach nur noch für den Bonus arbeiten. Für Führungskraefte bedeutet das: Die wichtigste Aufgabe ist nicht, Anreize zu schaffen, sondern Bedingungen, unter denen intrinsische Motivation erhalten bleibt.

Das Konzept basiert auf der Forschung von Edward Deci und Richard Ryan und wurde durch Daniel Pinks Buch Drive einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Es bildet die motivationspsychologische Grundlage für Selbstorganisation und agiles Arbeiten.

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