Red Ocean bezeichnet bestehende Märkte, in denen Unternehmen um bekannte Kundensegmente mit etablierten Spielregeln konkurrieren. Der Name leitet sich von der Metapher ab, dass das Wasser sich rot färbt, wenn viele Haie um dieselbe Beute kämpfen. In Red Oceans sind die Marktgrenzen definiert, die Wettbewerbsregeln bekannt und die Differenzierungsmöglichkeiten begrenzt.
Die typische Dynamik in Red Oceans ist ein Wettlauf um Marktanteile durch bessere Produkte, niedrigere Preise oder stärkeres Marketing. Je mehr Anbieter in einen Markt drängen, desto stärker sinken Margen und desto schwieriger wird die Differenzierung. Der Smartphone-Markt im Android-Segment ist ein Beispiel: Dutzende Hersteller konkurrieren mit ähnlichen Produkten, die Margen sind dünn, und der Wettbewerb läuft primär über Preis und Spezifikationen. Im Gegensatz dazu hat Apple einen Blue Ocean geschaffen, indem es über Design und Ökosystem andere Wertdimensionen etabliert hat.
Das Konzept stammt von W. Chan Kim und Renee Mauborgne und bildet das Gegenstück zum Blue Ocean. Die strategische Implikation ist nicht, dass Red Oceans per se schlecht sind, sondern dass man sich bewusst sein sollte, in welchem Umfeld man operiert und ob ein Ausbruch in neue Wertdimensionen möglich ist.