Prototyping bezeichnet den Prozess, Ideen schnell und kostenguenstig in eine testbare Form zu bringen. Der Grundsatz lautet: Lieber zehn schnelle Prototypen als einen perfekten. Denn jeder Prototyp ist ein Lerninstrument, kein Vorzeigeobjekt. Wer frueher testet, scheitert billiger — und lernt schneller, was tatsaechlich funktioniert.
In der Praxis kann Prototyping extrem niedrigschwellig beginnen: Ein App-Konzept wird als Papier-Skizze in 15 Minuten umgesetzt und direkt Nutzern vorgelegt. Ein neuer Service wird als Rollenspiel simuliert. Ein physisches Produkt entsteht aus Pappe und Klebeband. Die Auflösung des Prototyps muss nur hoch genug sein, um die zentrale Frage zu beantworten. Alles darüber hinaus ist verschwendeter Aufwand. Teams, die drei schnelle Runden Prototyping und Testing durchlaufen, kommen zu besseren Ergebnissen als Teams, die monatelang an einem detaillierten Konzept feilen.
Prototyping ist ein Kernprinzip des Design Thinking und wurde maßgeblich durch IDEO etabliert. Entscheidend ist die Haltung: Ein Prototyp ist eine Hypothese in physischer Form, nicht der Beginn der finalen Umsetzung.