Ein Design Sprint verdichtet Monate an Diskussion, Prototyping und Nutzertests in genau fünf Tage. Teams durchlaufen dabei eine feste Abfolge: Montag das Problem verstehen, Dienstag Lösungen skizzieren, Mittwoch entscheiden, Donnerstag einen realistischen Prototyp bauen, Freitag mit echten Nutzern testen. Das Format erzwingt Fokus und verhindert, dass Projekte in endlosen Abstimmungsschleifen versanden.
Ein typischer Anwendungsfall: Ein Produktteam steht vor der Frage, ob ein neues Feature gebaut werden soll. Statt wochenlang Anforderungen zu sammeln, wird in einem Sprint ein klickbarer Prototyp erstellt und am Freitag fünf Nutzern vorgelegt. Die Ergebnisse liefern belastbare Aussagen darüber, ob die Richtung stimmt — bevor eine Zeile Code geschrieben wird. Entscheidend ist, dass ein Entscheider am Mittwoch verbindlich die Richtung vorgibt, damit das Team am Donnerstag ohne Rückfragen bauen kann.
Der Design Sprint wurde von Jake Knapp bei Google Ventures entwickelt und 2016 im gleichnamigen Buch beschrieben. Er eignet sich besonders für Situationen mit hohem Risiko und begrenzter Zeit, erfordert aber Disziplin beim Einhalten des Zeitrahmens und der Rollen.