Der Point of View (POV) ist ein fokussiertes Problemstatement, das die Erkenntnisse aus der Empathize-Phase in einen Satz verdichtet. Die Struktur lautet: [Nutzer] braucht [Bedürfnis], weil [Insight]. Dieser Satz definiert, welches Problem das Team loesen wird — nicht die Lösung selbst. Ein guter POV ist spezifisch genug, um Richtung zu geben, und breit genug, um verschiedene Lösungswege zuzulassen.
Ein Beispiel: Nach Nutzerbeobachtungen formuliert ein Team den POV “Maria, Projektleiterin mit acht Meetings am Tag, braucht einen sofort erfassbaren Projektstatus, weil sie zwischen den Terminen maximal drei Minuten für Updates hat.” Dieser Satz ist handlungsleitend: Er schliesst umfangreiche Dashboard-Lösungen aus und oeffnet den Raum für minimalistische Formate. Ein schlecht formulierter POV wäre dagegen “Maria braucht ein besseres Tool” — zu unspezifisch, um die Ideation sinnvoll zu steuern.
Der POV stammt aus dem Design-Thinking-Prozess der Stanford d.school und bildet die Brücke zwischen Verstehen und Ideen entwickeln. Die häufigste Fehlerquelle: Teams formulieren den POV als verdeckte Lösung statt als offene Problemstellung.