Das Lean Canvas ist eine Startup-orientierte Variante des Business Model Canvas, die stärker auf Risiken, Hypothesen und Unsicherheit ausgerichtet ist. Ash Maurya hat vier Felder des Original-Canvas ersetzt: Statt Key Partners steht Problem, statt Key Activities steht Solution, statt Key Resources stehen Key Metrics und statt Customer Relationships steht Unfair Advantage. Damit rückt die Frage ins Zentrum, ob ein echtes Problem existiert und ob die Lösung tragfähig ist.
Der entscheidende Unterschied zum Business Model Canvas: Jedes Feld wird als Hypothese behandelt, nicht als Fakt. Ein Startup-Team füllt das Lean Canvas aus und identifiziert die riskanteste Annahme, also die Hypothese, die am ehesten falsch sein könnte und deren Scheitern das gesamte Modell gefährdet. Diese Annahme wird zuerst getestet. Ein Team, das annimmt, Freelancer bräuchten eine bessere Buchhaltungslösung, testet zuerst diese Problemhypothese durch Kundeninterviews, bevor es in die Entwicklung investiert.
Das Lean Canvas stammt von Ash Maurya und wurde 2012 in Running Lean veröffentlicht. Es eignet sich besonders für sehr frühe Phasen, in denen noch unklar ist, ob das Problem groß genug und die Lösung passend ist. Für etablierte Geschäftsmodelle bleibt das Original-Canvas das passendere Werkzeug.