Lead Time misst die gesamte Zeitspanne von dem Moment, in dem eine Anfrage eingeht, bis zu ihrer Erledigung. Sie umfasst sowohl die aktive Bearbeitungszeit als auch saemtliche Wartezeiten. Aus Kundensicht ist die Lead Time die entscheidende Metrik, denn der Kunde erlebt die gesamte Durchlaufzeit, nicht nur die reine Bearbeitungszeit.
Ein einfaches Beispiel: Ein Support-Ticket wird am Montag erstellt und am Freitag erledigt. Die Lead Time betraegt fuenf Tage, obwohl die tatsaechliche Bearbeitungszeit, die Cycle Time, vielleicht nur vier Stunden betrug. Die restliche Zeit wartete das Ticket in verschiedenen Queues. In vielen Teams bestehen 80 Prozent der Lead Time aus Wartezeiten. Diese Erkenntnis verschiebt den Fokus der Prozessverbesserung: Statt schneller zu arbeiten, ist es wirksamer, Wartezeiten zu reduzieren, etwa durch niedrigere WIP-Limits oder schnellere Übergaben.
Lead Time stammt aus dem Lean Manufacturing und ist in Kanban die zentrale Kenngröße für Service Level Expectations. Historische Lead-Time-Daten erlauben probabilistische Prognosen, die zuverlässiger sind als deterministische Terminzusagen.