Cycle Time misst die Zeit von dem Moment, in dem ein Item aktiv bearbeitet wird, bis zu seiner Fertigstellung. Sie erfasst die tatsaechliche Bearbeitungszeit und ist damit ein Teilabschnitt der Lead Time, die zusaetzlich Wartezeiten vor Arbeitsbeginn einschliesst. Für die Prozessoptimierung ist Cycle Time eine der aussagekraeftigsten Metriken, weil sie zeigt, wie effizient das Team innerhalb seiner aktiven Arbeitsphasen ist.
Ein konkretes Beispiel: Ein Ticket wird am Dienstag um 9 Uhr in den Status In Progress verschoben und am selben Tag um 15 Uhr als Done markiert. Die Cycle Time betraegt sechs Stunden. Wenn die Lead Time für dasselbe Ticket drei Tage betraegt, weil es zuvor zwei Tage im Backlog wartete, wird die Diskrepanz sichtbar: Der Grossteil der Durchlaufzeit besteht aus Warten, nicht aus Arbeiten. Diese Erkenntnis ist der Ausgangspunkt für gezielte Verbesserung, etwa durch WIP-Limits oder häufigeres Nachziehen von Items.
Cycle Time stammt ursprünglich aus dem Manufacturing und wurde für Kanban und DevOps adaptiert. Sie lässt sich gut als Durchschnitt oder als Verteilung über einen Zeitraum darstellen, um Ausreisser und Trends zu erkennen.