Freemium ist ein Preismodell, bei dem die Basisversion eines Produkts kostenlos angeboten wird, während erweiterte Funktionen oder höhere Kapazitäten kostenpflichtig sind. Das Modell funktioniert vor allem bei digitalen Produkten, deren Grenzkosten pro zusätzlichem Nutzer gering sind. Der kostenlose Zugang senkt die Einstiegshürde massiv und erzeugt eine große Nutzerbasis, aus der ein Bruchteil zu zahlenden Kunden konvertiert.
Die zentrale Steuerungsgröße ist die Conversion Rate von Free zu Premium. Typische Werte liegen zwischen 2 und 5 Prozent, was bedeutet, dass 95 bis 98 Prozent der Nutzer nie zahlen. Spotify bietet eine werbefinanzierte Gratisversion an und konvertiert Nutzer über Werbefreiheit, Offline-Modus und bessere Audioqualität zum Premium-Abo. Dropbox gab Nutzern kostenlosen Speicherplatz und monetarisierte den Bedarf nach mehr Kapazität. Die Kunst liegt darin, die Grenze zwischen Free und Premium so zu setzen, dass die Gratisversion genug Wert bietet, um Nutzer zu halten, aber genug Reibung erzeugt, um den Upgrade-Wunsch zu wecken.
Der Begriff wurde 2006 von Fred Wilson geprägt. Häufiger Fehler: Die Gratisversion ist so vollständig, dass kein Upgrade-Anreiz besteht, oder so eingeschränkt, dass Nutzer gar nicht erst den Produktwert erleben.