Der Double Diamond ist ein Prozessmodell, das Innovationsarbeit in zwei aufeinanderfolgende Phasen gliedert: zuerst das richtige Problem finden, dann die richtige Lösung entwickeln. Jede Phase folgt dem Prinzip erst oeffnen, dann fokussieren — dargestellt als zwei Rauten. Das Modell verhindert einen der häufigsten Fehler: zu früh in Lösungen zu springen, ohne das Problem verstanden zu haben.
Im ersten Diamanten wird breit recherchiert — Nutzer beobachtet, Daten gesammelt, Perspektiven eingeholt. Aus dieser Fuelle wird ein klares Problemstatement destilliert. Im zweiten Diamanten werden viele Lösungsideen generiert und dann schrittweise auf die vielversprechendste eingegrenzt, prototypisiert und getestet. Ein Produktteam etwa beginnt mit offenen Nutzerinterviews (Diamant 1 oeffnen), verdichtet die Erkenntnisse zu einem konkreten Bedürfnis (Diamant 1 schließen), entwickelt zahlreiche Lösungsansaetze (Diamant 2 oeffnen) und testet einen Prototyp (Diamant 2 schließen).
Das Modell wurde 2005 vom British Design Council veroeffentlicht und ist heute eines der am weitesten verbreiteten Frameworks in der Innovationsarbeit. Es ist bewusst einfach gehalten, erfordert aber Disziplin, die beiden Phasen tatsaechlich getrennt zu durchlaufen.