Begriff

Entscheidungslücke

Die Entscheidung, die fehlt: Sie steht an, alle spüren sie, niemand trifft sie. Teil I des Buchs „Die eine Entscheidung“ heißt so.

Die Entscheidungslücke beschreibt den Punkt, an dem in einer Organisation alle wissen, was eigentlich zu entscheiden wäre, und niemand darüber spricht. Stattdessen entstehen Programme, Roadmaps und neue Rollen. Sie sind gut gemeint und oft gut gemacht, ersetzen die Entscheidung aber nicht. Transformation wird so zur Beschäftigung.

Woran sie sich zeigt

Ein einfacher Test: Wie viele Entscheidungen der letzten drei Monate haben etwas verbindlich verändert, etwa eine Priorität, die seitdem gilt, ein gestopptes Vorhaben oder ein verschobenes Entscheidungsrecht? Ist die Liste kurz, ist das Programm meist Beschäftigung, ganz gleich, wie grün die Ampeln sind.

Warum sie bleibt

Die ausstehenden Entscheidungen sind unbequem, weil sie etwas Bestehendes infrage stellen: eine Budgetlogik, eine Machtverteilung, ein Selbstbild. Entscheidungsvermeidung tarnt sich dann als Sorgfalt. Das Buch „Die eine Entscheidung“ beginnt bei dieser Lücke.

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