Ein Wizard of Oz MVP wirkt für den Nutzer wie ein fertiges, automatisiertes Produkt, wird im Hintergrund aber manuell betrieben. Das Ziel: die Nachfrage und Nutzererfahrung testen, bevor in teure Technologie investiert wird. Der Nutzer weiss nicht, dass hinter der Oberflaeche ein Mensch die Arbeit erledigt — und genau das macht den Test realistisch.
Das bekannteste Beispiel ist Zappos: Gründer Nick Swinmurn fotografierte Schuhe in lokalen Geschäften, stellte die Fotos online und kaufte die Schuhe erst im Laden, wenn eine Bestellung einging. Der Nutzer erlebte einen funktionierenden Online-Shop. Im Hintergrund war alles manuell. So konnte Swinmurn testen, ob Menschen bereit sind, Schuhe online zu kaufen — ohne Lager, Logistik oder Plattform. Heute wuerde man mit diesem Ansatz etwa eine KI-basierte Empfehlungsfunktion testen, indem die Empfehlungen zunächst von Menschen erstellt werden, die der Nutzer für einen Algorithmus hält.
Der Name leitet sich vom Zauberer von Oz ab — dem Mann hinter dem Vorhang, der eine Maschine simuliert. Das Format eignet sich besonders, wenn der technische Aufwand für Automatisierung hoch ist und die Kernfrage lautet, ob der Service an sich gewollt wird.