Ein Concierge MVP ist ein Service, der zunächst vollständig manuell erbracht wird, obwohl er später automatisiert werden soll. Der Zweck: Lernen, ob Kunden den Service tatsaechlich wollen und nutzen, bevor in teure Technologie investiert wird. Manuell zu arbeiten ist dabei kein Notbehelf, sondern bewusste Strategie — denn nichts liefert tiefere Einblicke in Kundenbedürfnisse als die direkte, persoenliche Leistungserbringung.
Ein bekanntes Beispiel: Ein Lieferdienst-Startup testet sein Geschäftsmodell, indem es Bestellungen zunächst per Telefon entgegennimmt und Essen persoenlich per Fahrrad ausliefert — ohne App, ohne Plattform. So wird innerhalb weniger Wochen klar, welche Gerichte gefragt sind, welche Lieferzeiten akzeptabel sind und ob die Zahlungsbereitschaft ausreicht. Erst wenn das Modell manuell funktioniert, lohnt sich die Investition in Automatisierung. Der Concierge-Ansatz eignet sich besonders, wenn die Zielgruppe klein genug ist, um persoenlich bedient zu werden, und die Kosten der Automatisierung hoch wären.
Das Konzept wurde von Eric Ries im Rahmen der Lean-Startup-Methodik beschrieben und folgt dem Grundsatz, Dinge zu tun, die nicht skalieren — um herauszufinden, was skaliert werden sollte.