Velocity misst die durchschnittliche Anzahl an Story Points, die ein Team pro Sprint abschliesst. Sie ist ein Diagnosewerkzeug für die Sprint-Planung und Release-Prognose, kein Leistungsmass. Sobald Velocity als Zielwert oder Vergleichsgröße zwischen Teams verwendet wird, beginnen Teams ihre Schätzungen aufzublaehen, und die Metrik verliert jeden Nutzen.
In der Praxis wird die Velocity über mehrere Sprints gemittelt. Wenn ein Team im Schnitt 25 Story Points pro Sprint schafft und das Backlog noch 100 Points umfasst, ergibt sich eine Prognose von etwa vier Sprints bis zur Fertigstellung. Diese Rechnung ist bewusst grob, bietet aber eine empirisch fundierte Grundlage für Gespräche mit Stakeholdern. Im Sprint Planning nutzt das Team die eigene Velocity, um abzuschätzen, wie viele Items es realistisch in den nächsten Sprint uebernehmen kann, statt sich zu ueberladen.
Velocity stammt aus Extreme Programming und wurde von Kent Beck eingeführt. Als Alternative gewinnt Throughput, also die Anzahl abgeschlossener Items ohne Schätzung, zunehmend an Bedeutung, besonders in Kanban-nahen Arbeitsweisen.