Eine Timebox setzt eine feste maximale Zeitdauer für eine Aktivität. Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird gestoppt, unabhängig davon, ob alles erledigt ist. Das Prinzip dahinter: Zeit ist fixiert, Scope ist variabel. Diese Umkehrung der ueblichen Logik erzwingt Fokus und Priorisierung, weil das Team gezwungen ist, mit dem Wichtigsten zu beginnen.
In Scrum sind alle Events timeboxed. Das Daily dauert maximal 15 Minuten, das Sprint Planning bei einem Zwei-Wochen-Sprint maximal vier Stunden, die Retrospektive maximal anderthalb Stunden. Auch der Sprint selbst ist eine Timebox. Ausserhalb von Scrum findet sich das Prinzip etwa im Design Sprint, bei dem in fuenf Tagen von der Problemdefinition über den Prototyp bis zum Nutzertest gearbeitet wird. Die Timebox verhindert Perfektionismus und endlose Diskussionen, indem sie einen klaren Endpunkt setzt.
Das Konzept hat historische Wurzeln in der Pomodoro-Technik von Francesco Cirillo aus den 1980er-Jahren. In Scrum ist Timeboxing kein optionales Werkzeug, sondern ein strukturelles Element, das den Rhythmus des gesamten Frameworks bestimmt.