Der Scrum Master ist weder Projektmanager noch Teamleiter, sondern ein Servant Leader, der das Team bei der Anwendung von Scrum unterstützt und Hindernisse aus dem Weg raeumt. Die Rolle zielt darauf ab, die Selbstorganisation des Teams zu fördern, nicht Entscheidungen für das Team zu treffen. Besonders in der Einführungsphase von Scrum ist ein erfahrener Scrum Master entscheidend, weil das Framework nur funktioniert, wenn seine Prinzipien verstanden und gelebt werden.
Konkret erkennt ein guter Scrum Master beispielsweise, dass ein Team durch eine Abhängigkeit zu einem anderen Team blockiert ist, und organisiert eigenständig ein teamuebergreifendes Meeting zur Klärung. Er achtet darauf, dass Scrum-Events ihren Zweck erfüllen, statt zu reinen Ritualen zu werden. Er schuetzt das Team vor Scope-Änderungen während des Sprints und coacht den Product Owner bei der Backlog-Pflege. Gleichzeitig arbeitet er auf Organisationsebene daran, strukturelle Hindernisse abzubauen.
Die Rolle ist im Scrum Guide definiert und wird vom Konzept des Servant Leadership beeinflusst, das Robert Greenleaf 1970 formulierte. Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Reduzierung der Rolle auf Meeting-Moderation.