Frederic Laloux beschreibt in seinem Modell eine Abfolge von Organisationsstufen, die jeweils einem Bewusstseinsparadigma entsprechen. Rote Organisationen funktionieren über Macht und Angst, bernsteinfarbene über Hierarchie und Stabilität, orange über Leistung und Innovation, gruene über Werte und Konsens. Die hoechste beschriebene Stufe — Teal — basiert auf drei Prinzipien: Selbstführung, Ganzheit und evolutionaerer Sinnfindung. Organisationen wie Buurtzorg, Morning Star oder Patagonia dienen als Beispiele.
Das Modell ist als Reflexionsrahmen wertvoll. Es hilft, die impliziten Annahmen sichtbar zu machen, die einer Organisation zugrunde liegen: Wird durch Kontrolle oder Vertrauen geführt? Sind Mitarbeitende Ressourcen oder ganze Menschen? Ist der Zweck der Organisation Gewinnmaximierung oder etwas darüber hinaus? Diese Fragen zu stellen, verändert den Blick auf Organisationsentwicklung, unabhängig davon, ob man das Stufenmodell im Detail teilt.
Die Kritik an Laloux’ Ansatz ist berechtigt: Das Modell kann dazu verführen, Organisationsstufen als moralische Hierarchie zu lesen — Teal als erstrebenswertes Ideal, alles andere als rückständig. In der Praxis sind die meisten Organisationen Mischformen. Die Frage ist nicht, welche Stufe erreicht werden soll, sondern welche Prinzipien zum aktuellen Kontext passen und wie der nächste sinnvolle Entwicklungsschritt aussieht.