Open Space Technology ist ein Grossgruppenverfahren, bei dem die Teilnehmenden die Agenda selbst setzen. Es gibt kein vorab festgelegtes Programm, keine vorbereiteten Vortraege und keine zugewiesenen Rollen. Stattdessen formulieren die Anwesenden zu Beginn ihre Themen, haengen sie an eine Wand und laden andere ein, daran mitzuarbeiten. Die Methode basiert auf vier Prinzipien: Wer kommt, ist die richtige Person. Was passiert, ist das Einzige, was hätte passieren können. Wann es beginnt, ist die richtige Zeit. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Das fuenfte und bekannteste Prinzip ist das Gesetz der zwei Fuesse: Wer in einer Gruppe nichts mehr lernt oder beitraegt, geht weiter. Harrison Owen entwickelte das Format 1985 aus der Beobachtung, dass die produktivsten Gespräche auf Konferenzen in den Kaffeepausen stattfanden. Open Space macht die Kaffeepause zum Format. Die Methode eignet sich für zehn bis tausend Personen und funktioniert besonders gut, wenn ein Thema viele Perspektiven braucht und die Komplexität zu gross ist für eine vorab geplante Agenda.
Die Voraussetzung für gelingendes Open Space ist ein genügend dringliches Thema und die Bereitschaft der Veranstaltenden, Kontrolle abzugeben. Organisationen, die Open Space als Partizipations-Simulation nutzen, aber die Ergebnisse anschließend ignorieren, beschaedigen Vertrauen. Die Methode entfaltet ihre Kraft nur, wenn die Selbstorganisation ernst gemeint ist.