Material zum Buch · Kapitel 03, 07, 08 und 09
Von mehreren Fragen zur einen
Am Ende eines Workshops liegen meist zwei oder drei gute Fragen auf dem Tisch. Diese Karte führt zu der einen und zu dem, was gegen sie spricht. Sie ersetzt keine Erfahrung, aber sie macht den Weg für alle im Raum nachvollziehbar.
Acht Fragen
- BeobachtungWas ist konkret passiert, wann, wo, bei wem? Die Deutung steht auf einer eigenen Notiz.
- SpannungWelche Spannung verbindet mindestens zwei Felder?
- Ausstehende EntscheidungWelche Entscheidung hält diese Spannung aufrecht, weil sie nicht fällt?
- WirkungWas wäre in den anderen Feldern anders, wenn sie fiele?
- AdressatWer kann diese Entscheidung treffen, und ist diese Person im Raum?
- PreisWas wird dafür beendet, aufgegeben oder neu verteilt?
- PrüfungWoran erkennen wir bis wann, ob sie trägt?
- GegenhypotheseWelche andere Erklärung passt zu denselben Beobachtungen?
Drei Prüffragen für jede Kandidatenfrage
- Ermitteln oder entscheiden?Was Zahlen, eine Regel oder Fachleute klären können, bekommt einen Auftrag mit Frist und verlässt die Runde. Im Raum bleibt, was jemand wählen und verantworten muss.„Dazu brauchen wir noch Zahlen.“ Zum dritten Mal gesagt, heißt das meist: Die Frage lässt sich nicht ermitteln.
- Fall oder Regel?Wo es geht, entscheiden Sie nicht den Einzelfall, sondern wie künftig entschieden wird. Drei Hebel: eine Regel (Ziele, Budgetlogik, Grenzen), ein Weg (wer mit wem worüber entscheidet), eine Person (wer verantwortet). Kultur ist kein vierter Hebel. Sie folgt den dreien.„Das ist ein Sonderfall.“ Wenn der Sonderfall jeden Monat kommt, fehlt eine Regel.
- Rechnen oder Faustregel?Lassen sich Wahrscheinlichkeiten schätzen, rechnen Sie. Sonst helfen eine Faustregel, der kleinste Versuch, der etwas zeigt, und ein Prüftermin. Mehr Rechnung erzeugt dort nur Scheingenauigkeit.„Rechnen Sie das bitte noch einmal durch.“ Wenn die dritte Rechnung so unsicher ist wie die erste, braucht es eine Regel.
Was sich ermitteln lässt, scheidet als Kandidat aus und bekommt einen Auftrag mit Frist.
Bleiben zwei Kandidaten
Kandidat ist nur, was die fünf Merkmale aus Kapitel 03 erfüllt und die drei Prüffragen besteht. Bleiben danach zwei, vergleichen Sie sie paarweise, mit Argumenten, nicht mit Punkten. Tragen Sie je Zeile ein, welche Frage vorne liegt und warum.
| Kriterium | Kandidat A | Kandidat B |
|---|---|---|
| Welche wirkt über mehr Felder? | ||
| Welche liegt näher am Mechanismus? | ||
| Welche kann der Adressat wirklich treffen? | ||
| Welche kostet mehr, wenn sie ausbleibt? |
Die Auswahl ist eine Entscheidung des Führungsteams. Die verworfene Frage wird festgehalten.
Zwei Regeln für den Canvas
Regel 1
Widersprüche bleiben stehen
Widersprechen sich Beobachtungen, kommen beide auf die Linie zwischen den Feldern, getrennt nach Quelle. Ein Widerspruch ist oft selbst die Spannung.
Regel 2
Lösungen auf einen eigenen Stapel
Vorschläge, wie es besser würde, gehören nicht in die Felder. Das gilt auch für die Diagnose der Moderation.
Fünf Faustregeln für die Entscheidungsrunde
Unter Unsicherheit trägt eine gute Regel mehr als eine genaue Rechnung. Für die Tafel der Runde, ergänzt um Ihre eigene.
- Eine Initiative endet, bevor eine neue beginnt.Wenn die Kapazität knapp ist und alles Priorität A hat.
- Umkehrbares schnell, Unumkehrbares sorgfältig.Wenn eine Frage lange liegt, obwohl sich die Antwort zurücknehmen ließe.
- Entscheiden darf, wer die Arbeit kennt und das Mandat hat.Wenn Entscheidungen nach oben wandern.
- Gut genug mit Prüftermin schlägt optimal ohne.Wenn die Runde auf noch mehr Daten wartet.
- Unter Unsicherheit: der kleinste Versuch, der etwas zeigt.Wenn niemand die Folgen vorhersagen kann.
- Ihre sechste Regel
Check für die Moderation
Vor der Auswahl schriftlich beantworten.
- Welche Diagnose hatte ich vorher?
- Welche Beobachtung widerspricht ihr?
- Wer im Raum sieht es anders?
- Welche Entscheidung würde das Führungsteam am liebsten vermeiden?
Aus dem Buch „Die eine Entscheidung“ von Alexander Sattler, Kapitel 03.4, 07.4, 08.5 und 09.7. Zum Ausdrucken: Strg/Cmd + P. Weitere Materialien