Die Kraftfeldanalyse macht die Kraefte sichtbar, die für und gegen eine Veränderung wirken. Auf der einen Seite stehen treibende Kraefte: Marktdruck, neue Technologien, Unzufriedenheit mit dem Status quo, strategische Ziele. Auf der anderen Seite stehen hemmende Kraefte: Gewohnheiten, Angst vor Verlust, fehlende Kompetenzen, strukturelle Traegheit. Kurt Lewin entwickelte dieses Werkzeug als Anwendung seiner Feldtheorie — ein Gleichgewicht zwischen Kraften bestimmt den aktuellen Zustand, und Veränderung entsteht durch Verschiebung dieses Gleichgewichts.
Die wichtigste Erkenntnis der Kraftfeldanalyse ist kontraintuitiv: Veränderung gelingt häufig besser durch Reduktion hemmender Kraefte als durch Verstärkung treibender Kraefte. Wer den Druck erhöht, erzeugt Gegendruck. Wer stattdessen die Hindernisse beseitigt, ermöglicht Bewegung ohne zusaetzlichen Widerstand. In der Praxis bedeutet das: Bevor eine Organisation neue Initiativen startet, sollte sie verstehen, was die bestehenden Blockaden sind, und dort ansetzen.
Die Methode eignet sich besonders für Workshops, in denen Führungsteams vor einer Veränderungsinitiative stehen. Gemeinsam die Kraefte zu benennen und zu gewichten, schafft ein geteiltes Bild der Ausgangslage. Der häufigste Fehler: Die Analyse wird gemacht, aber dann werden trotzdem nur die treibenden Kraefte bearbeitet, weil das einfacher erscheint als die Auseinandersetzung mit Widerstaenden.