Die Lernschleife ist die Grundstruktur jedes iterativen Arbeitsprozesses: Handeln, Beobachten, Reflektieren, Anpassen — dann von vorn. Sie beschreibt, wie Organisationen und Teams systematisch aus Erfahrung lernen, statt dieselben Fehler zu wiederholen. Die Schleife existiert in verschiedenen Varianten: als PDCA-Zyklus im Qualitätsmanagement, als Build-Measure-Learn im Lean Startup, als OODA Loop im militaerischen Kontext.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen Single-Loop und Double-Loop Learning. Bei Single-Loop wird das Verhalten angepasst, die zugrundeliegenden Annahmen bleiben unberuehrt — wie ein Thermostat, der die Temperatur regelt. Bei Double-Loop Learning werden auch die Annahmen selbst hinterfragt: Regulieren wir ueberhaupt die richtige Temperatur? Ein Produktteam, das nach jedem Sprint nur fragt “Haben wir schnell genug geliefert?” betreibt Single-Loop. Ein Team, das fragt “Bauen wir das Richtige?” betreibt Double-Loop Learning — und kommt zu grundlegend anderen Entscheidungen.
Das Konzept geht auf Chris Argyris und Donald Schoen zurück, die Double-Loop Learning als Voraussetzung für organisationales Lernen beschrieben. Die größte Huerde in der Praxis: Reflexion erfordert Zeit, und die wird in den meisten Organisationen nicht eingeplant.